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Profilpass

Berufsorientierung in unserer Mittelstufe

Bei Abiturfeiern machen sich Generationen von Rednern gerne Gedanken über den Spruch: Wir lernen nicht für die Schule, sondern fürs Leben! Bekennende Humanisten zitieren ihn in lateinischer Sprache. So alt ist der schon! Und dann beginnt erfahrungs­gemäß ein trefflicher Streit über Sinn und Unsinn dieser Sentenz – mit ungewissem Ausgang. Ein überzeugendes Argument für diese Diskussion ist am ASG seit dem letzten Schuljahr dazu gekommen: Die Arbeit mit dem ProfilPASS ab der Klassenstufe 8.

Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Gelernt wird dabei nicht nur fürs Leben, sondern durchs Leben! In diesem Projekt sollen unse­­re Schülerinnen und Schüler ihre Stärken in Lebens­berei­chen ent­decken, in denen das eigene Interesse und die persönlichen Vorlieben im Vordergrund stehen und die vom schuli­schen Lernen nicht erreicht werden. Dieses Potential können sie bei ihrer Lebens­planung und in der Berufs­orien­tierung gezielt einset­zen.

Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, von Schülerinnen und Schülern in der Mittelstufe zu verlangen, sich Gedanken um ihren zukünftigen Beruf zu machen, wenn doch in drei, vier oder fünf Jahren erst einmal das Abi an­steht. Doch die Fachleute sind sich einig: Vierzehn- oder Fünfzehn­jährige sollten sich mit dieser Thematik beschäftigen. Denn erstens kann beim geplanten Schulabschluss auch mal 'was dazwischenkommen' und der Start ins Berufsleben kommt schneller als gedacht. Und zweitens geht es ja noch gar nicht um die Entscheidung für einen bestimmten Beruf, sondern um Orientierung. Aber egal, wie lange die Schulzeit noch dauert, eines Tages kommt das Kommando "Fertigmachen zum Absprung" und man und frau muss 'raus ins wirkliche Leben'.

Nur keine Panik! Alles wird gut! Denn jeder und jede von uns hat einen Fallschirm! Das versichert glaubhaft Richard Nelson Bolles, der Mitte der 70er Jahre die Methode erfunden oder gefunden hat, mit der heute viele Berufsein- und -umsteiger auf die Suche nach ihrem Traumjob gehen. Und nach dieser Methode arbeitet auch der ProfilPASS. Bolles hat sie in seinem Buch "What Colour Is Your Parachute" vorgestellt. Was der Autor schon im Titel seines Buches deutlich macht, ist doch beruhigend und tröstlich: Jeder und jede von uns hat einen Fallschirm! Die Frage ist nur: Welche Farbe hat der?

Tatsächlich sieht jeder dieser Fallschirme anders aus. Das sind nämlich unsere ganz eigenen Interessen, Vorlieben, Träume, Erfahrungen und Fähigkeiten, die uns als Person und Persönlichkeit so einzigartig machen. Und der ProfilPASS will dabei helfen, sie zu entdecken und den 'Besitzern' klarzumachen: Schau, so sieht dein Fallschirm aus!

Reinhard Gruthoff

Mediation am ASG