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Stadt - Menschen - Spuren 2

Warum und wie ist Dillingen das geworden, was es heute ist?

Um einen Ort zu erfassen, seine Besonderheiten zu entdecken, die "ESSENZ" zu finden, muss man auf Spurensuche gehen. Man begegnet dabei der ganz großen Geschichte und vielen kleinen Geschichten. Historische, geographische, soziologische, kulturelle, politische und ganz individuelle Fundstücke formen allmählich Bilder. Man begegnet dabei auch sich selbst. Wenn es sich bei der Suche um den Heimatort handelt, beleben auch Erinnerungen die Arbeit. Der Künstler ist der Autor und Betrachter. Diesen Dialog mit "meiner Stadt" gilt es zu teilen.

Der Künstler steht vor der Aufgabe, die Wahrnehmung des ganz alltäglichen Umfeldes neu zu beleben, dabei auch an schon Vergangenes oder Verschwundenes zu erinnern. Das Erfassen der Zeit, die Sprünge von Jahrtausendzeiträumen zu den immer kürzeren Kadenzen der heutigen Zeit, der Mensch innerhalb dieser Entwicklungen, das alles kann nur fragmenthaft sein, eine solche Arbeit ist nicht abgeschlossen, sie ist interaktiv und veränderlich.

Sechs Monate lang soll diese Bewegung dauern und von "Diskussionen auf dem Wege" begleitet sein.

An 5 Punkten innerhalb des Stadtgebietes, im Stadtzentrum, in Pachten und Diefflen werden Bodenplatten aus Blei und Eisen (je 90 x 90 cm) ausgelegt. Diese Bleiplatten tragen Spurenbilder in Form von reliefartigen Abdrücken, die im Zusammenhang mit der historischen Stadtentwicklung und dem aktuellen Stadtbild stehen und auf besondere Zeitpunkte und Situationen verweisen.

Diese Platten sind teilweise von ,"Parcour - Teppichen" begleitet (90 x 900 cm), die als Wege, "Zeit - Wege" und "Raum - Wege" die Kontinuität und den Zusammenhalt dieses Lebensraumes symbolisieren. Sie !aden ein, Geschichte nachzugehen und auch zu verweilen.

Spuren und Fragmente wenden sich in sehr direkter Weise an die Phantasie des Betrachters. Sie geben Anstoß, ein Bild weiter zu entwickeln, zu ergänzen. Das gewalzte Metall mag ein Verweisen auf die industrielle Bedeutung der Stadt Dillingen sein.

Nur Teile der Installation sind fertig bearbeitet. AndereTeite werden sich erst im Laufe der Zeit und durch Benutzung und äußere Einwirkungen beleben und Gestalt annehmen.Dieses Projekt ist also auch lebendig und interaktiv. Die Oxidationsprozesse, die das Metall dabei erfährt, dokumentieren den Zeitraum der Ausstellung (ca. ein halbes Jahr).