Schüler Eltern Lehrer Mediation am ASG

„Gottes Zoo ist groß und es leben viele Tiere darin“ – und selbst Brotdosen haben eine Menge zu erzählen

Eine Lesung mit Thilo Reffert in der 5E1

Was erwartet einen, wenn man am Ende der Grundschulzeit auf die weiterführende Schule wechselt? Werden die Lehrerinnen und Lehrer nett sein? Müssen viele Hausaufgaben gemacht werden? Und vor allem: Wie ticken die anderen Kinder, die auch in die neue Klasse kommen?

Besonders diese letzte Frage beschäftigt Grace, die sich in den Sommerferien in ihrem großen Mietshaus auf die Suche macht nach möglichen neuen Freunden für das kommende Schuljahr. Und auf Toni trifft, die sie auf dieser Suche begleitet. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5E1 konnten die Fragen, die Grace beschäftigen, gut nachvollziehen – ebenso wie die Beobachtungen von Grace und Toni, dass jeder so seine eigenen Macken und Ticks hat. Denn dass Kinder manchmal an einer Hörschwäche, am „Große-Klappe-und-Chaos-dahinter“-Syndrom  oder unter AOS – besser bekannt als Aufräum- und Ordnungsschwäche – leiden können, wird leider viel zu selten von den Erwachsenen berücksichtigt. Und wie bringt es Toni so schön auf den Punkt: „Anders ist normal“, und wenn sich Chaos-Queen Toni und Ordnungsfreak Grace zusammentun, passt am Ende kein Blatt mehr zwischen die beiden.

Der Geschichte von den beiden neuen Freundinnen aus seinem Erzählband „Goldgören“ ließ der Autor Thilo Reffert dann einen Lesevortrag mit passenden Illustrationen zu „Fünf Gramm Glück“ folgen, in dem die Klasse von der   Lebensgeschichte einer Brotdose erfuhr, erzählt von ihr selbst. Von ihrer Erschaffung in China, über ihre weite Reise im Frachter nach Europa, den täglichen Ritualen beim Befüllen, der gemütlichen Zeit im Ranzen bis hin zu dem weniger angenehmen Aufenthalt in einer Spülmaschine gab es viel zu entdecken und jede Menge zu lachen. Langeweile kommt da höchstens in den Sommerferien auf, wenn die Brotdose in der Schublade verschwindet.

Gar nicht langweilig, sondern äußerst abwechslungsreich waren die zwei Stunden mit Thilo Reffert, und ausnahmsweise wollten alle lieber nicht in die Pause, sondern ein Autogramm des Autors. Und der hat sich auch gar nicht lange bitten lassen, als die Schülerinnen und Schüler nach den AOS-Ausweisen fragten, mit denen man endlich hochoffiziell die eigene Aufräum- und Ordnungsschwäche dokumentieren kann!

Dafür ein herzliches Dankeschön an Thilo Reffert und ein ebenso herzlicher Dank an den Förderverein unserer Schule, der die Autorenlesungen finanziert.

 

P.S.: Gerüchte besagen, dass der AOS-Ausweis mittlerweile sogar im Lehrerzimmer und an weiteren Arbeitsstellen, die ausschließlich von Erwachsenen bevölkert sind, im Umlauf sein soll …