Ferienpraktikum an der TU Kaiserslautern

Ferienpraktikum an der TU Kaiserslautern vom 10. bis 15. August 2014

In der Zeit vom 10. bis 15. August 2014 hat zum nun schon neunten Mal das Micro-Lab Ferienpraktikum an der TU Kaiserslautern stattgefunden. Generell gibt es jedes Jahr zwei Gruppen: Die, die nur tagsüber an die Uni kommen und am Praktikum teilnehmen; und die, die in Trippstadt, einem relativ kleinen Ort in der Nähe von Lautern, übernachten und jeden Morgen mit dem Linienbus an die Universität fahren. In diesem Jahr waren wir, die sog. „Schläfer“, also die aus Trippstadt, neun Leute. Am ersten Tag waren wir uns noch fast alle vollkommen fremd. Mit der Zeit haben wir uns immer mehr kennengelernt, wofür nicht zuletzt das gemeinsame Kochen jeden Abend oder der Kletterkurs verantwortlich sind. Das Gemeindezentrum in Trippstadt hat ein Haupthaus, in dem wir jeden Morgen gegessen haben und mehrere kleine Häuser mit Vier-Bett-Zimmern. Abends gab es oft Angebote, wie z.B. Gummibärchen oder Knete selber herstellen. Auch Gesellschaftsspiele kamen nicht zu kurz..... (z.B. Werwölfe :)) Das Freibad konnten wir aufgrund des Wetters in diesem Jahr leider nicht besuchen.

Dafür war das Wetter perfekt für die Arbeit in den Laboren. Diese haben nämlich große Fensterscheiben, durch die viel Licht, aber an heißen Tagen eben leider auch viel Wärme rein kommt. Womit wir auch schon gleich bei dem eigentlichen Praktikum an der TU wären. Als aller erstes muss einmal gesagt werden, dass die Arbeit dort nicht mit der in der Schule zu vergleichen ist. Man hat viel weniger bis gar keinen Zeitdruck, weil die Stunde eben nicht gleich vorbei ist und man kann sich endlich mal richtig Zeit nehmen die Versuche, die man macht, zu verstehen. Und das ist doch das, worauf es wirklich ankommt beim experimentieren; es zu verstehen.

Bei manchen Versuchen muss man etwas länger warten, bis etwas Interessantes passiert, ist dann aber umso glücklicher, dass es geklappt hat, denn manchmal wiederholt man einen Versuch auch mehrere Male. Wenn man irgendwelche Chemikalien benötigt oder einfach eine Frage hat, so kann man eine der Assistenten/innen fragen. In diesem Jahr waren das eine Referendarin für Chemie und eine Diplomchemikerin. Oft kommt auch Prof. Dr. Sitzmann vorbei, schaut sich an, was man so macht und erzählt/erklärt gegebenenfalls auch noch was dazu. Und das macht er keineswegs, weil er irgendwas dafür bekommt, sondern weil er Freude daran hat ! Und das merkt man auch. Ich selber hatte mehrere Gespräche mit ihm über mehrere Stunden zu allen möglichen Themen. Von allgemeinen chemischen Problemstellungen bis hin zu komplexen Fragen zu seinem Fachgebiet, der Anorganik. Herr Sitzmann hatte uns auch darum gebeten mit seiner Kamera Fotos von den Versuchen zu machen. Dafür hat er uns die Kamerafunktionen erklärt. Er hat uns gezeigt wie alles funktioniert, er lässt einen ausprobieren! und man kann ihm zu den genauesten Details noch Fragen stellen.

Von Montag bis Donnerstagmorgen hatten wir Zeit um die zahlreichen Versuche in Zweiergruppen durchzuführen. Dabei muss man nicht Chemie studiert haben, um alles zu verstehen. Für jeden ist was dabei. Jede Gruppe arbeitet auf ihrem bisherigen Lernniveau und ärgert sich nicht, dass der Nachbar, der schon durchaus zwei oder drei Klassen weiter sein kann, es irgendwie anders macht. Ab Donnerstagnachmittag haben wir dann, meist in neuen Zweiergruppen, die sog. Schauversuche „geübt“, die am Freitagnachmittag den anderen Teilnehmern, dem Professor und allen anderen Interessierten vorgeführt wurden. U.a. gab es eine beeindruckende Wasserstoffexplosion, bei der wir das Hindenburg-Unglück nachstellen wollten.

Abends haben wir gegrillt, oder wie man bei uns sagt: „geschwenkt“ :).

Und wir haben mit dem genialen Element Stickstoff selbst Eis hergestellt. Das war für mich persönlich einer der vielen Höhepunkte dieser Woche; einfach dem Stickstoff zuzuschauen, wie er elegant über den Tisch gleitet und dann langsam zu Boden sinkt …. ja, ich liebe Stickstoff seitdem.

Am nächsten Tag gab es noch das Abschlusszertifikat und dann ging es nach Hause.

Danksagung: Ich möchte Herr Sitzmann danken, ohne den ich nicht so viel Wissen und Kniffe dazu gewonnen hätte und ohne den das gesamte Projekt nicht möglich gewesen wäre und natürlich Jennifer Schygulla, die das Alles erst ins Leben gerufen hat und trotz ihrer kleinen Kinder, die mit dabei waren, immer einen kühlen Kopf bewahrt und ein offenes Ohr für Anregungen, Fragen oder Sonstiges hatte. Danke !

 

Zu guter Letzt: Es gibt ein altes, wunderschönes Zitat von Rabelais: „Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Leuchten entzündet werden.“ Und entzündet wird man in diesem Praktikum definitiv; natürlich im positiven Sinne :D. Es lohnt sich also ! (auch für Leute, die später kein Chemie studieren wollen)

Merlin Anton