Sophie Kockler erreicht Platz 2 beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Ein Porträt.

Nein, an die große Glocke hat sie es nicht gehängt. Kaum jemand in der Schule wusste, dass Sophie Kockler, Schülerin der Klasse 11 des ASG Dillingen, gemeinsam mit ihrem musikalischen Partner Philipp Schneider aus Wadgassen den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“  in der Kategorie „Holzbläser-Ensemble“ erreicht hat. Von einem Fachlehrer im Unterricht   angesprochen, wie es gelaufen sei, antwortet sie lapidar: „Zweiter“. Der Applaus der Kursteilnehmer lässt die junge Frau erröten. Die Nachfrage eines Kursteilnehmers: „Wie? Echt? Zweite beim Bundeswettbewerb?“ kommentiert sie mit einem knappen „Ja“. Und geht dann gleich wieder zur Tagesordnung über. Schließlich ist ja Unterricht.

Grund genug, diese außergewöhnliche Musikerin näher kennenzulernen. Die 17-Jährige begann im Alter von 8 Jahren damit, die hohe Kunst des Klarinettenspiels zu erlernen. Klarinette. Ein eher ungewöhnliches Instrument. Sie hat es sich selbst ausgesucht. „Wissen Sie, meine ganze Familie ist ziemlich musikalisch. Da guckt man dann schon mal, was noch dazu passt. Mein Onkel spielt auch Klarinette, da durfte ich schon mal probieren. Aber mit dem Unterricht, das geht erst, wenn man groß genug ist zum Greifen“, meint Sophie. „Klarinette spielen, das wollte ich schon immer. Sie hat eine schöne Klangfarbe, die man klanglich auch verändern kann. Irgendwie hat die was.“

Natürlich geht das nicht ohne viel Üben. „Jeden Tag ca. zwei Stunden, dazu die Orchesterproben. Und wenn’s drauf ankommt, investiert man schon viel Zeit.“ Das geht manchmal so weit, dass sie mit einer Sehnenscheidenentzündung reagiert. Gerade in den letzten Wochen vor dem Wettbewerb sah man Sophie nur noch mit Schiene am linken Arm. „Ja, das passiert mir öfters. Typische Musikerkrankheit“, meint sie lapidar. Nächste Sache.

Sophies musikalischer Erfolg durfte natürlich nicht zu Lasten der Schule gehen. Die Mehrfachbelastung steckt sie allerdings entspannt weg: „Manchmal wird es schon ein wenig stressig. Da muss man eben alles timen. Das bisschen Stress nimmt man in Kauf. Bin ich ja gewohnt.“ Die zahlreichen Fahrkilometer zwischen Musiklehrer, Orchesterseminaren und dem Musikverein möchte sie gar nicht mehr zählen. „Das gehört eben mit dazu.“

Um einen Ausgleich zu finden, treibt sie in ihrer Freizeit gerne Sport.  Natürlich härt sie auch Musik, dann aber eher Jazz und Pop-und Rock-Klassiker. Tekkno und viele Titel, die im Radio laufen, empfindet sie als Lärm: „Musik wird doch mit richtigen Instrumenten gemacht. Da müssen immer Menschen dahinter stehen. Da darf die Musik auch gerne einfach sein, aber doch nicht so!“, meint sie. „Klingt zwar arrogant, aber ich empfinde so.“

Ihren musikalischen Partner, Philipp Schneider, lernte sie auf einem Orchesterseminar kennen. „Der kam dann einfach und sagte: ‚ Du spielt so schön, lass uns doch bei Jugend musiziert mitmachen.‘ “ Damit war die Sache dann auch schon klar. Die beiden Musiklehrer der beiden kennen sich, so dass die Zusammenarbeit kein Problem darstellte. Nun, nach dem Erfolg, ist das Musizieren im Duett erst einmal vorbei: Das Abitur naht, und Sophies  heimliche Liebe, das Klavier, verlangt weiteres Üben. Die junge Frau, am ASG durch Teilnahme an Konzerten bestens bekannt, liebt den Jazz und vervollkommnet ihre Fähigkeiten am Piano gerade in diesem musikalischen Genre. Neben den Vorbereitungen für das im kommenden Jahr anstehende Abitur muss sie zur Zeit üben, üben, üben. Ihr großes Ziel ist nämlich die Aufnahmeprüfung an einer Universität, vorzugsweise Saarbrücken, um das Fach Orchestermusik zu studieren.

Gefragt, was ihr persönlich wichtig sei, antwortet sie knapp: „Wichtig ist immer die Unterstützung, die man von der Familie und Freunden bekommt. Ohne die würde es nicht gehen.“

Die Schulgemeinschaft des ASG gratuliert Sophie zu ihrem Erfolg und wünscht alles Gute für Abitur und Aufnahmeprüfung