Tag der Toleranz am ASG Dillingen

Besonders die Zentralveranstaltung für die Klassen 11 und 12, während der Reden und Fachvorträge gehalten wurden, zeugte von hoher Qualität. 
Schulleiter Schmitt betonte, Toleranz sei ein wichtiges Thema: „Im Alltag sind wir von Toleranz weit entfernt.“ 
Patrik Lauer, Landrat des Landkreises Saarlouis, wies in seinem Grußwort besonders darauf hin, dass Wissen die wichtigste Waffe im Kampf gegen Intoleranz und Ausgrenzung sei: „Der Lohn für Wissen und Zivilcourage ist eine bunte und vielfältige Gesellschaft, in der man ‚selbst‘ sein kann.“ Toleranz, Geduld, Achtsamkeit und Respekt waren die Schlagwörter, mit denen Bürgermeister Franz-Josef Berg die Schülerinnen und Schüler auf das Thema einstimmte. Er forderte trotz aller Erfolge in der Gleichstellungspolitik weitere Bestrebungen, denn „Toleranz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Eine offene und tolerante Gesellschaft respektiere andere: „Alle sind verschieden. Jeder hat andere Eigenschaften und Eigenarten. Wir brauchen alle Neugier, andere kennenzulernen.“

Jörn Didas (Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel), der erste Hauptredner, erklärte insbesondere, wie Vorurteile entstehen: die Funktionsweise des Gehirns sei dafür verantwortlich. Das Gehirn müsse Kategorien bilden, um Eindrücke zu sortieren. Problematisch werde es, wenn man sich nicht mehr darum bemühe, seine eigenen Kategorien zu hinterfragen. Dann entstünden Vorurteile. Diese aber wirkten so, dass der vom Vorurteil Betroffene keine Chance habe, aus seiner Rolle auszubrechen. Diese These untermauerte Herr Didas mit Hilfe eindrucksvoller Filmsequenzen wie z.B. dem „Doll-Experiment“ aus den USA, bei welchem nachgewiesen werden kann, dass bereits kleine Kinder den Unterschied zwischen schwarzer und weißer Hautfarbe kennen und die Hautfarbe bereits mit Eigenschaften wie gut, böse, schön, hässlich usw. verbinden.

Der zweite Redner des Tages, Jörn Hecklau vom Lesben- und Schwulenverband Saar, belegte eindrucksvoll, welche Vorurteile andere gegenüber einer abweichenden sexuellen Orientierung hegen. Da ist in Interviews von Krankheit die Rede, die ein Psychologe oder anderer Arzt heilen könne. Tatsache sei aber, dass die sexuelle Orientierung bereits sehr früh gefestigt sei und Betroffene es nur nicht wagten, sich vor ihrer Familie, ihrem Freunden oder der Gesellschaft zu outen. Allein im Saarland kämpfen 80.000 Schwule und Lesben jeden Tag mit den Vorurteilen ihrer Mitmenschen.

Eindrucksvoll umrahmte die Theater-AG der Schule mit selbst geschriebenen Kurzszenen die Aussagen der Redner.

Die Schulgemeinschaft des ASG dankt den vier Initiatorinnen für einen spannenden Tag, der für alle reich an Erkenntnissen war und ganz im Sinne Albert Schweitzers gewesen wäre, der schrieb: „Ich bin der Zuversicht, daß der aus Wahrheit kommende Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse. Finde ich Menschen, die sich gegen den Geist der Gedankenlosigkeit auflehnen und als Persönlichkeiten lauter und tief genug sind, daß die Ideale ethischen Fortschritts als Kraft von ihnen ausgehen können, so hebt ein Wirken des Geistes an, das vermögend ist, eine neue Gesittung in der Menschheit hervorzubringen. Weil ich auf die Kraft des Geistes und der Wahrheit vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit.“