Bremsen, Quietschen, Staunen. Verkehrssicherheitstraining am ASG für die Klassenstufe 5

„Angelo ist tot!“ Betroffen schauen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5E4 des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Dillingen auf die Stelle, an der eben noch ihr Klassenkamerad stand. Nun steht das Auto des ADAC da. Glücklicherweise hat man Angelo durch ein Plastikhütchen ersetzt, das er selbst an die Stelle gesetzt hat, an der er vermutete, einem bremsenden Auto noch entkommen zu können. Um zwei Meter verschätzt. Meter, die entscheiden.

Ein sicherer Schulweg ist ein Anliegen des ASG, das seinen neuen Fünftklässlern seit vielen Jahren praktische Verkehrserziehung in Zusammenarbeit mit dem ADAC ermöglicht. Es gilt, fahrende Autos besser einschätzen zu können, um Unfälle zu vermeiden. Isabell weiß schon: „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg. Es dauert eine Sekunde, bis der Fuß auf der Bremse steht.“ Nur muss man das im laufenden Verkehr auch einschätzen lernen.

Annika ist als nächste dran. Sie soll nun schätzen, wo ein Auto bei nasser Fahrbahn zum Stehen kommt und das Annika-Hütchen setzen. Der Regen wird simuliert durch ein Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Dillingen, die die Fahrbahn unter Wasser setzt. Und wieder: „Annika ist tot!“ Sie hat sich um einen Meter verschätzt und staunt. Überrascht meint Mauro: „Ich habe heute gelernt, dass der Anhalteweg viel länger ist, als man so denkt. Ich habe eigentlich gedacht, ich kann gleich bremsen.“ Besonders interessant: Nach der Schulung können fast alle Schüler den Anhalteweg eines PKW richtig einschätzen. Ein voller Erfolg.

Was man sonst tun muss, um Unfälle zu vermeiden, das weiß nun auch Hanna: „Die Schüler müssen auf die Autos aufpassen, die Autos aber auch auf die Schüler!“ Und wichtig ist auch der richtig eingestellte Kindersitz. Anschaulich wird der Gurtstraffer demonstriert, der im Extremfall Leben retten kann, aber bei Kindern unter 1,50m die Halsschlagader durchtrennen kann, wenn kein Kindersitz vorhanden ist.

Höhepunkt der Verkehrserziehung ist wie jedes Jahr das Erleben einer Vollbremsung. Plötzlich sind alls Schülerinnen und Schüler der 5E4 größer als 1,50m und wollen vorne sitzen. Routiniert beschleunigt die Fahrerin des ADAC und bremst dann schlagartig auf Null herunter. „Boah, das ist wie Achterbahnfahren“, meint Arthur, „aber eigentlich ist es nicht so schlimm.“ „Da wird man erst nach vorne geschubst und dann wieder nach hinten gezogen“, ruft Isabella außer Atem, als sie aus dem Auto aussteigt.

Ergänzt wird dieses Training durch die Busschule in Zusammenarbeit mit der KVS.

Die Schulgemeinschaft des ASG dankt dem ADAC, der Freiwilligen Feuerwehr Dillingen für die tatkräftige Unterstützung der Erziehungsarbeit und den Anwohnern der Heiligenbergstraße für ihr Verständnis.