ALBERT SCHWEITZER - DER ARZT

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Am 13. Oktober 1905 teilte Albert Schweitzer seinen Eltern und seinen engsten Bekannten mit, dass er mit Anfang des Wintersemesters sich als Student der Medizin einschreiben werde, um sich später als Arzt nach Äquatorialafrika zu begeben.

In einem Brief kündigte er seine Stellung als Leiter des theologischen Studienstifts zu St. Thomas. Den Plan, den er nun zu verwirklichen versuchte, trug er schon länger mit sich herum. Es kam ihm unfassbar vor, dass er, wo er so viele Menschen um sich herum mit Leid und Sorgen ringen sah, ein glückliches Leben führen durfte. "Ich wurde mit mir selber dahin eins, dass ich mich bis zu meinem dreißigsten Lebensjahre für berechtigt halten wollte, der Wissenschaft und der Kunst zu leben, um mich von da an einem unmittelbaren menschlichen Dienen zu weihen." 

Albert Schweitzer studierte von 1905 bis 1912 Medizin an der Universität Straßburg. Am Karfreitag 1913 verließ er mit seiner Frau seinen Heimatort Günsbach und machte sich auf den Weg nach Lambarene, wo er eine Stellung als Urwaldarzt übernehmen wollte. 

Anfangs waren die meisten Eingeborenen skeptisch und verließen sich lieber auf die Wundermittel ihrer Fetischmänner. Doch nach und nach sahen sie ein, dass auch er "große Zauberkräfte" besaß und viele Leben retten konnte. Sie gaben ihm den Namen "Oganga - der große weiße Medizinmann".

Albert Schweitzer leistete bei seinen Aufenthalten in Lambarene, im afrikanischen Staat Gabun, nicht nur medizinische Hilfe, sondern versuchte vor allem, die sozialen Verhältnisse zu verbessern. Sein Durchsetzungsvermögen und Engagement zeigten sich auch in der Entwicklung des von ihm gegründeten Spitals in Lambarene, das 1964 sogar mit europäischen Krankenhäusern mithalten konnte. 

Ricarda Koch