ALBERT SCHWEITZER - DER THEOLOGE

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Im Oktober 1893 meldete sich Albert Schweitzer an der Universität Straßburg zum Theologie- und Philosophiestudium an. 

Am Ende seines ersten Studienjahres hegte er erste Zweifel an der damals als historisch geltenden Erklärung des Redens und Handelns Jesu zur Zeit der Aussendung der Jünger und damit überhaupt an der damals für geschichtlich angesehenen Auffassung des Lebens Jesu. 

Während der folgenden Studienjahre beschäftigte er sich, oft unter Vernachlässigung der übrigen Fächer, in selbständiger Weise mit der Evangelienfrage und den Problemen des Lebens Jesu. 

Er promovierte im Juli 1899 mit einer Dissertation über die Religionsphilosophie Kants. Diese erschien noch 1899 als Buch unter dem Titel "Die Religionsphilosophie Kants von der Kritik der reinen Vernunft bis zur Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft". 

Am 1. Dezember 1899 erhielt er ein Predigtamt zu St. Nicolai in Straßburg, zuerst als sogenannter "Lehrvikar", später, nach bestandener zweiter theologischer Prüfung, als regulärer Vikar. 

Am 1. März 1902 hielt er seine Antrittsvorlesung vor der theologischen Fakultät zu Straßburg über die Logoslehre im Johannesevangelium. Im Sommersemester 1902 begann er seine Vorlesungen mit einem Kolleg über die Pastoralbriefe.