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Die 30er Jahre - zwei Zeitzeugen berichten

Ansprechpartner:

Erwin Schorr
(Schulleiter)

Telefon: 06831/976547
Telefax: 06831/976089

Email: schulleitung@asg-dillingen.de

Zwei gestandene Männer, knapp über achtzig, in guter körperlicher Verfassung, geistig rege und noch durchaus im Leben stehend, sitzen uns gegenüber.

Beide Familienväter, einer mit zwei, der andere mit drei Kindern, die wiederum wie die Väter traditionsgemäß das Dillinger Gymnasium besucht haben und in akademischen Berufen erfolgreich tätig sind.

Beide, zurückblickend auf ein langes, erfolgreiches Berufsleben, einer als selbstständiger Steuerberater, der andere als ehemaliger Rektor einer Volksschule, haben sich eine gehörige Portion Lebenserfahrung, Lebensklugheit, um nicht zu sagen Weisheit erworben.

Wenn, wie Rektor Josef Forster sagt, die äußere Wahrnehmung altersbedingt schwächer wird, wird die innere intensiver. Im Alter denkt man über sein Leben nach. Besonders die Kindheit, die Jugend und die Schulzeit werden zu einer ständigen Quelle der Erinnerung und Auseinandersetzung. So kommt es auch, dass beide über ihre Gymnasialzeit vieles zu berichten wissen: Lustiges, manchmal auch Skurriles, Trauriges, oft aber auch historisch Bedeutsames.

Für beide, Nalbacher Jungen, aus einfachen Verhältnissen stammend, waren der Besuch eines Gymnasiums und ein anschließendes Studium noch etwas Besonderes. Der Eltern mussten deshalb vom Volksschullehrer überredet werden, ihre begabten Söhne auf das Realgymnasium in Dillingen zu schicken.

Der Besuch eines Gymnasiums kostete damals noch Schulgeld, hinzu kamen die Aufwendungen für Fahrgeld, Bücher und Lernmaterial, Kosten, die viele Familien des Primstales finanziell überforderten. So wur-de dann auch der Schulweg von beiden Jungen meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Die Schule war für beide kein Problem, beide waren gute Schüler. Bei ihrer Einschulung kamen sie, heute kaum mehr vorstellbar, in Anfangsklassen mit vierzig Schülern. Die Klassen waren so groß, dass sie in der Aula der Schule unterrichtet werden mussten. Harte Schulzucht, Auswendiglernen, Gedächtnisdrill und ein großes Hausaufgabenpensum waren an der Tagesordnung.

Einige Lehrer wurden wegen ihrer Anforderungen und ihrer Methoden gehasst und gefürchtet. Heute, im altersweisen Rückblick, werden sie allerdings in einem anderen Licht gesehen. Man hatte bei ihnen "für das Leben gelernt".

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